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Großtauschtag 2008ist die Beutwanghalle schon zu klein?

Andrang am Eingang der BeutwanghalleDiese Frage konnte einem schon in den Sinn kommen, wenn man Augenzeuge des Andrangs zum Großtauschtag schon am frühen Vormittag war und selbst kaum mehr einen Parkplatz ergattern konnte. Man wusste ja, dass die Tische schon lange vorher ausgebucht waren. Der Besucherstrom, der dann aber schon zur Öffnungszeit einsetzte, war doch für alle überraschend, zumal weil das schöne frühlingshafte Wetter befürchten ließ, dass viele einem Ausflug auf die Alb den Vorzug geben würden. Mit ca. 750 Besuchern konnte das Ergebnis des Vorjahrs mindestens erreicht werden, wobei sich dieses Mal der Andrang mehr auf den Vormittag konzentrierte.

Betrachtet man den Aufwand, eine Veranstaltung wie diese auf die Füße zu stellen, so darf man wohl von einem veritablen Kraftakt sprechen, der vom Verein geschultert werden musste. Es war wohl wieder die präzise Planung und Vorarbeit unseres Organisators Johannes Häge, und eine breit gestreute Werbung, die diesen neuerlichen Erfolg ermöglichten. Auch in den Terminkalendern der philatelistischen Fachpresse war unsere Veranstaltung genannt worden, so dass es nicht verwunderte, wenn zum Beispiel aus Frankfurt/M. eine Anfrage kam, wie man wohl vom Nürtinger Bahnhof zur Beutwanghalle gelangen könne.

InformationAlles wäre aber nichts, wenn sich nicht so viele Helfer und Helferinnen (freilich sind’s immer dieselben…) in selbstloser Weise eingebracht hätten, ob bei Auf- und Abbau der Hallenmöblierung und der Briefmarkenausstellung, bei den damit verbundenen Transportleistungen, bei der Beschilderung, beim Plakatieren an den Straßen (sehr wichtig!), bei der Werbung in der Presse und per Handzettelverteilung, bei der rechtzeitigen Erstellung der Ausgabe „UV-Extra“ und des Katalogs für die Frühjahrsauktion (beide wurden an die Besucher ausgegeben), bei der Betreuung des Jugendstands und der Wühlkisten, an der Kasse, im Aufsichts- und Kontrolldienst und nicht zuletzt in der Küche und im Hallenrestaurant. Gerade die Bewirtung ist bei solchen Veranstaltungen von erheblicher Bedeutung, denn der Mensch lebt nun mal nicht allein von Briefmarken. Deshalb ist das Engagement  der Familie Aschenbrenner und aller emsig mitwirkenden Damen des Vereins nicht hoch genug einzuschätzen, nicht zu vergessen sind dabei die Kuchenspender. Allen diesen vielen mithelfenden Vereinsmitgliedern kann nur auf das Herzlichste gedankt werden, gleichermaßen aber auch denjenigen, die Vorträge beigesteuert und ihre Sammlungen zur Verfügung gestellt haben.

Rappelvolle BeutwanghalleDas Ergebnis waren einmal mehr zufriedene Besucher und Sammler, vor allem aber auch zufriedene Händler und Aussteller, mit deren Beteiligung man in den kommenden Jahren wieder rechnen kann. Einige Besucher waren sogar so positiv beeindruckt, dass sie spontan die Vereinsmitgliedschaft beantragten….  

Im Foyer waren wieder ansprechende Sammlungen in etwa 50 Rahmen ausgestellt, die den Besuchern vor Augen führten, wie vielseitig Briefmarkensammeln ist und welche wertvolle Funktion damit verbunden ist, Geschichte – insbesondere Heimatgeschichte - zu bewahren und das Geschichtsbewusstsein der Allgemeinheit zu befördern. Den Ausstellern B. Hartz, S. Stoll, P. Möller, J. Häge, H. Schaffhauser, J. Aschenbrenner, W. Roth und H. Mirkes, die ihre Schätze zur Verfügung stellten, gilt ein herzlicher Dank. Man kann keine der Sammlungen herausstellen - als Schlusspunkt zur Hundertwasser-Ausstellung im Dezember und Januar in der Nürtinger Kreuzkirche bzw. in der Kreissparkasse verdient aber doch das Exponat „Hundertwasser-Briefmarken“ von Sammlerfreund Mirkes, in Verbindung mit seinem Vortrag zum gleichen Thema, eine besondere Erwähnung.
Zwei weitere Vorträge, gehalten von Sammlerfreund G. Klein und unserem früheren Vorsitzenden M. Schweizer, befassten sich mit den Themen „Berlin: Verwendung fremder Postwertzeichen 1945 – 1948“ und „Fälschungen von Stempeln und Marken aus Sicht des Verbandsprüfers“ und waren gut besucht. Alle diese Vorträge stellten eine unverzichtbare und wertvolle Ergänzung des Großtauschtags dar.

Mobile Beratungsdienst des LandesverbandesIn einer Ecke hatte sich wieder der Mobile Beratungsdienst des Landes- verbands etabliert und erteilte hier manchen wertvollen Ratschlag, aber auch manchen ernüchternden Bescheid, so zum Beispiel, wenn Familien mit ihren Briefmarkenschätzen im Schuhkarton anrückten. Ein guter Ratschlag konnte dann sein, diese „Schätze“ am besten gleich als Spende am Jugendtisch abzugeben und damit noch etwas Gutes zu tun.

Eifrige junge BriefmarkenfreundeAm Jugendstand auf dem Podium fand man den ganzen Tag über Jugendliche und Kinder, die sich mit den ausgelegten Briefmarken beschäftigten. Gleich daneben durchsuchten vorwiegend Sammler der fort- geschrittenen Jahrgänge die Wühlkisten mit Briefumschlägen aller Art nach fehlenden Stücken, um damit Lücken in ihren Sammlungen zu schließen. Beim Anblick dieses Szenarios auf der Bühne drängte sich einem nach- gerade das Motto auf: Briefmarkensammeln – ein Hobby für Jung und Alt.

Nachmittags tauchte eine Journalistin auf, die beauftragt war, für die Nürtinger Zeitung und für den Generalanzeiger Reutlingen/Metzingen einen Bericht zu schreiben. Die freundliche Dame, die in entwaffnender Weise gleich kund tat, dass sie von Philatelie keine Ahnung habe, war tief beeindruckt vom regen Betrieb in der Halle (der allerdings zu dieser vorgerückten Zeit schon etwas abgeflaut war) und von dem reichen Material an Briefmarken, Briefen, Münzen, altem Papiergeld, Ansichtskarten- und Telefonkarten, Zubehör usw., das sich auf den Tischen ausbreitete. Dann war sie aber ganz elektrisiert, als sie sah, dass es Jugendliche gibt, die mal nicht am Computer oder an der Playstation sitzen, sondern sich mit Briefmarken beschäftigen und dabei ihre Kenntnisse über die Welt erweitern. Das folgende Interview brachte zweierlei Erkenntnisse: Erstens kann jemand, der „keine Ahnung“ hat, durchaus schweißtreibende Fragen stellen. Zweitens ist das Nichtvorhandensein von Fachwissen kein Hindernis, trotzdem einen guten Artikel zu schreiben, auch wenn oder gerade weil eher soziale und menschliche Gesichtspunkte und weniger die fachlichen beleuchtet werden. Den konnte man dann ganz zeitnah gleich am Montag in der Zeitung lesen, mit großformatigem Foto unseres Jugendstands – was eben auch wieder einmal die hohe Bedeutung der Jugendarbeit unseres Ehrenvorsitzenden Dietrich Lichtenstein unterstreicht.

Zusammenfassend kann man eigentlich nur zu einer Aussage kommen: Dieser Großtauschtag war einmal mehr ein toller Erfolg für unseren Verein. Er war aber auch – was noch höher zu schätzen ist – eine echte und nachhaltige Werbung für unser gemeinsames Hobby.

Dr. Gerhard Augsten

   
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