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Großtauschtag 2008 – ist die Beutwanghalle schon zu klein? |
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Diese
Frage konnte einem schon in den Sinn kommen, wenn man Augenzeuge des
Andrangs zum Großtauschtag schon am frühen Vormittag war und selbst kaum
mehr einen Parkplatz ergattern konnte. Man wusste ja, dass die Tische
schon lange vorher ausgebucht waren. Der Besucherstrom, der dann aber
schon zur Öffnungszeit einsetzte, war doch für alle überraschend, zumal
weil das schöne frühlingshafte Wetter befürchten ließ, dass viele
einem Ausflug auf die Alb den Vorzug geben würden. Mit ca. 750 Besuchern
konnte das Ergebnis des Vorjahrs mindestens erreicht werden, wobei sich
dieses Mal der Andrang mehr auf den Vormittag konzentrierte.
Betrachtet
man den Aufwand, eine Veranstaltung wie diese auf die Füße zu stellen,
so darf man wohl von einem veritablen Kraftakt sprechen, der vom Verein
geschultert werden musste. Es war wohl wieder die präzise Planung und
Vorarbeit unseres Organisators Johannes Häge, und eine breit gestreute
Werbung, die diesen neuerlichen Erfolg ermöglichten. Auch in den
Terminkalendern der philatelistischen Fachpresse war unsere Veranstaltung
genannt worden, so dass es nicht verwunderte, wenn zum Beispiel aus
Frankfurt/M. eine Anfrage kam, wie man wohl vom Nürtinger Bahnhof zur
Beutwanghalle gelangen könne. Im
Foyer waren wieder ansprechende Sammlungen in etwa 50 Rahmen ausgestellt,
die den Besuchern vor Augen führten, wie vielseitig Briefmarkensammeln
ist und welche wertvolle Funktion damit verbunden ist, Geschichte –
insbesondere Heimatgeschichte - zu bewahren und das Geschichtsbewusstsein
der Allgemeinheit zu befördern. Den Ausstellern B. Hartz, S. Stoll, P. Möller,
J. Häge, H. Schaffhauser, J. Aschenbrenner, W. Roth und H. Mirkes, die
ihre Schätze zur Verfügung stellten, gilt ein herzlicher Dank. Man kann
keine der Sammlungen herausstellen - als Schlusspunkt zur
Hundertwasser-Ausstellung im Dezember und Januar in der Nürtinger
Kreuzkirche bzw. in der Kreissparkasse verdient aber doch das Exponat
„Hundertwasser-Briefmarken“ von Sammlerfreund Mirkes, in Verbindung
mit seinem Vortrag zum gleichen Thema, eine besondere Erwähnung.
Nachmittags
tauchte eine Journalistin auf, die beauftragt war, für die Nürtinger
Zeitung und für den Generalanzeiger Reutlingen/Metzingen einen Bericht zu
schreiben. Die freundliche Dame, die in entwaffnender Weise gleich kund
tat, dass sie von Philatelie keine Ahnung habe, war tief beeindruckt vom
regen Betrieb in der Halle (der allerdings zu dieser vorgerückten Zeit
schon etwas abgeflaut war) und von dem reichen Material an Briefmarken,
Briefen, Münzen, altem Papiergeld, Ansichtskarten- und Telefonkarten,
Zubehör usw., das sich auf den Tischen ausbreitete. Dann war sie aber
ganz elektrisiert, als sie sah, dass es Jugendliche gibt, die mal nicht am
Computer oder an der Playstation sitzen, sondern sich mit Briefmarken
beschäftigen und dabei ihre Kenntnisse über die Welt erweitern. Das
folgende Interview brachte zweierlei Erkenntnisse: Erstens kann jemand,
der „keine Ahnung“ hat, durchaus schweißtreibende Fragen stellen.
Zweitens ist das Nichtvorhandensein von Fachwissen kein Hindernis,
trotzdem einen guten Artikel zu schreiben, auch wenn oder gerade weil eher
soziale und menschliche Gesichtspunkte und weniger die fachlichen
beleuchtet werden. Den konnte man dann ganz zeitnah gleich am Montag in
der Zeitung lesen, mit großformatigem Foto unseres Jugendstands – was
eben auch wieder einmal die hohe Bedeutung der Jugendarbeit unseres
Ehrenvorsitzenden Dietrich Lichtenstein unterstreicht. Zusammenfassend
kann man eigentlich nur zu einer Aussage kommen: Dieser Großtauschtag war
einmal mehr ein toller Erfolg für unseren Verein. Er war aber auch –
was noch höher zu schätzen ist – eine echte und nachhaltige Werbung für
unser gemeinsames Hobby. |
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Dr. Gerhard Augsten |
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